Glossar

Referenzbereich

Der "bundesweite Referenzbereich" dient dazu, dass der Krankenhausstandort seinen eigenen Wert (als Beispiel 2,5 Prozent) mit diesem Bundeswert (als Beispiel < 3 Prozent) vergleichen kann. Im Beispiel spricht es für gute Qualität, wenn in einem Krankenhausstandort bei weniger als 3 Prozent der Patienten eine Entzündung am künstlichen Hüftgelenk auftritt. Die Entzündungsrate von 2,5 Prozent liegt noch innerhalb des Referenzbereiches und somit im Bereich von "guter Qualität".

Mit diesen angegebenen Werten ist es zwar noch nicht besonders leicht, aber immerhin schon ansatzweise möglich, die Wahl eines Krankenhausstandortes auf objektive Daten über die Leistungsqualität zu stützen – zumindest in den Leistungsbereichen, für die Qualitätsindikatoren und Qualitätsergebnisse veröffentlicht werden.

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Reparatur, Wechsel oder Entfernen eines Herzschrittmachers (Herzschrittmacher-Revision/-Systemwechsel/-Explantation)

Dieser Leistungsbereich betrifft die Qualitätssicherung bei erneuten Eingriffen (Revisionen) an Herzschrittmachern, bei ihrer Entfernung (Explantation) oder bei Systemwechseln. Die Revisionseingriffe werden nach dem Anlass des Folgeeingriffs unterteilt:

- Hardwareproblem: Folgeeingriff aufgrund eines technischen Problems des Herzschrittmacher-Aggregats (Fehlfunktion oder zu kurze Laufzeit) oder der Sonden (spät auftretende Sondenbrüche oder Isolationsdefekte)

- Prozedurassoziiertes Problem: Komplikation der Aggregattasche oder der Sonden, die kurz nach einem vorangehenden Herzschrittmachereingriff eintritt

- Infektion: Früh auftretende System-oder Sondeninfektion.
Die Qualitätsindikatoren dieses Leistungsbereichs betreffen zum einen mögliche Ursachen für die Reparatur, den Wechsel oder das Entfernen eines Herzschrittmachers. Zum anderen beziehen sich die Indikatoren auf die Bestimmung der Reizschwellen bzw. Signalamplituden der Sonden sowie Komplikationen im Umfeld der Operation und die Sterblichkeit im Krankenhaus.

Quelle: IQTIG - Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen
Gekürzt übernommen: https://iqtig.org/downloads/auswertung/2015/09n3hsmrev/QSKH_09n3-HSM-REV_2015_QIDB_V01_2016-05-04.pdf
Stand: Mai 2016

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Reparatur, Wechsel oder Entfernen eines Schockgebers (sog. Defibrillator) zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Implantierbare Defibrillatoren-Revision/-Systemwechsel/-Explantation)

Ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (implantable cardioverter-defibrillator, ICD) wird zur Behandlung von hochfrequenten, lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen der Herzkammern (Kammertachykardien, Kammerflattern, Kammerflimmern) eingesetzt. Er besteht ähnlich einem Herzschrittmacher aus einem Aggregat, das Elektronik (Mikrocomputer) und Batterie in einem Gehäuse vereint. Über Sonden ist das Aggregat mit dem Herzen verbunden. Die Erstimplantation eines ICD und der isolierte Wechsel des ICD-Aggregats werden in eigenen QS-Verfahren dokumentiert. Das vorliegende QS-Verfahren betrifft die Qualitätssicherung bei erneuten Eingriffen (Revisionen) an ICDs, bei ihrer Entfernung (Explantation) oder bei Systemwechseln.

Die Revisionseingriffe werden nach dem Anlass des Folgeeingriffs unterteilt:

- Hardwareproblem: Folgeeingriff aufgrund eines technischen Problems des ICD-Aggregats (Fehlfunktion/Rückruf oder sonstige aggregatbezogene Indikation) oder der Sonden (nach mehr als einem Jahr auftretende Sondenbrüche oder Isolationsdefekte)

- prozedurassoziiertes Problem: Komplikation der Aggregattasche oder der Sonden, die kurz nach einem ICD-Eingriff eintritt

- Infektion: Früh auftretende System- oder Sondeninfektion.

Seit dem Erfassungsjahr 2018 werden Daten erhoben, durch die die Daten dieses Teilbereichs mit den vorausgegangenen Defibrillatoreingriffen der Patientinnen und Patienten verknüpft werden können.

Die Qualitätsindikatoren dieses Teilbereichs betreffen zum einen mögliche Ursachen für die Reparatur, den Wechsel oder das Entfernen eines Defibrillators. Zum anderen beziehen sich die Indikatoren auf Komplikationen im Umfeld der Operation und die risikoadjustierte Sterblichkeit im Krankenhaus. Die Ergebnisse der Reizschwellen- und Amplitudenmessungen der Sonden werden zusammen mit den Daten zu Erstimplantationen und Aggregatwechseln ausgewertet; die entsprechenden Indikatoren sind den Teilbereichen Implantierbare Defibrillatoren – Implantation und Implantierbare Defibrillatoren –Aggregatwechsel zugeordnet.

Vor dem Hintergrund steigender Implantationszahlen und kostenintensiver Behandlungen sind die drei Teilbereiche zu Defibrillatoren wichtig, um ein repräsentatives Bild der Versorgungsqualität in Deutschland zu erhalten. Die Indikation für eine Revision bzw. einen Systemwechsel lässt auch Rückschlüsse auf die medizinische Qualität früherer Eingriffe samt Produktmängel zu.

Quelle: IQTIG - Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen
https://iqtig.org/downloads/auswertung/2018/09n6defirev/QSKH_09n6-DEFI-REV_2018_BUAW_V02_2019-07-23.pdf
Stand: Juli 2019

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Richtlinien

Richtlinien sind Handlungsregeln einer gesetzlich, berufsrechtlich, standesrechtlich oder satzungsrechtlich legitimierten Institution, die für den Rechtsraum dieser Institution verbindlich sind und deren Nichtbeachtung definierte Sanktionen nach sich ziehen kann. Die Richtlinien und Beschlüsse zur Qualitätssicherung für Krankenhäuser werden durch den Gemeinsamen Bundesausschuss bestimmt. Grundlage dafür ist § 136 SGB V.

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Risikoadaptiertes MRSA-Aufnahmescreening

Es gibt Menschen, die ein hohes Risiko haben, mit Bakterien infiziert zu sein, die gegen bestimmte Antibiotika resistent sind. Es handelt sich hierbei um das Bakterium Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA). Bei Patienten, die dieses erhöhte Risiko haben, wird vor oder bei der Aufnahme in ein Krankenhaus ein Abstrich gemacht. Fällt das Ergebnis positiv aus, werden die Patienten in speziellen Quarantänezimmern untergebracht, um die Ansteckung anderer Patienten zu verhindern.

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